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Preisträger 2020 - Bericht von Ulrike Katzfey

Freitag, 25. September 2020

Die Gesellschaft für interprofessionelle Gesundheitsversorgung (IP-Health) e.V. hat auch im Jahr 2020 ein Projekt mit dem Preis für interprofessionelle Zusammenarbeit ausgezeichnet: Progress! Sichere Medikation in Pflegeheimen - Erarbeitung eines Online-Tools.

Neue Qualitätsstandards sollen dazu beitragen, unerwünschte Arzneimittelereignisse in Schweizer Alters- und Pflegeheimen zu reduzieren. Die Stiftung Patientensicherheit Schweiz testet im Rahmen des Pilotprojekts "Progress! - Sichere Medikation in Pflegeheimen" die Umsetzbarkeit und Wirksamkeit neuer Qualitätsstandards. Ziel ist es, unerwünschte Arzneimittelereignisse zu reduzieren. Die verordnete Medikation soll sicherer werden und auf die jeweilige Person zugeschnitten sein.

Im Rahmen von "Progress!" ist Fortbildung zum Thema Interprofessionalität ein wichtiger Aspekt.

Das Preisträger-Projekt 2020 ist ein interprofessioneller Workshop, der das Ziel hatte, Interprofessionalität in eine interaktive e-didaktische Form zu bringen. Hierfür sollte ein Fallbeispiel mit den praktischen Erfahrungen der Teilnehmer/innen erarbeitet werden.

Teilnehmer/innen des interprofessionellen Workshops waren 2 Ärzte/Ärztinnen, 2 Pharmazeuten/Pharmazeutinnen und 1 Pflegefachperson.

Nach Klärung eines gemeinsamen Verständnisses im Bezug auf Interprofessionalität wurde eine gemeinsame Definition als Bezugsrahmen festgelegt.

Der Fallaufbau erfolgte im Sinne eines digitalen Gamebooks: Situationsbeschreibungen und Handlungsoptionen zur Auswahl wechseln sich ab. Die Handlungsoptionen sind selten ganz und gar perfekt und führen entweder zu einer Reflexionsschleife oder zur nächsten Situationsschleife. Um zur nächste Situationsbeschreibung zu gelangen, muss eine adäquate Handlungsoption gewählt werden.

Zielgruppe für das Training mit dem Fallbeispiel sind alle im Medikationsprozess in Pflegeheimen beteiligten Berufsgruppen: Ärzte und Ärztinnen, Pharmazeuten und Pharmazeutinnen, Pflegefachkräfte.

Der Inhalt des Fallbeispiels umfasst eine Einleitung, 6 Situationsbeschreibungen mit entsprechenden Handlungsoptionen, Analyse der interprofessionellen Zusammenarbeit mit einer Beschreibung der Problembereiche, Sitautionsanalyse, Lösungen zur Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit und ein Abschluß.

Für den Workshop haben sich völlig fremde Personen zusammengefunden. Aufgabe war es, ein Fallbeispiel aus der Praxis auszuwählen, die Perspektive der jeweils anderen Profession einzunehmen und den Fall entsprechend anzupassen. Alle Perspektiven wurden von allen Teilnehmenden durchdacht. die gemeinsame Ausarbeitung führte schon innerhalb kurzer Zeit dazu, dass sich ein Teamgedanke entwickelte.

Wie der Workshop aufzeigte, scheinen eine hohe intrinsische Motivation, ein fortwährend geforderter Perspektivenwechsel und Einbeziehen aller Expertisen wichtige Aspekte für eine gelingende interprofessionelle Zusammenarbeit zu sein. Innerhalb kurzer Zeit kann ein solcher Workshop anfangs völlig fremde fremde Personen zu einem hochproduktiven Team zusammenschweissen.

Das Projekt wurde als Preisträger 2020 ausgewählt, weil es auf einfache Weise durch interprofessionelle Zusammenarbeit zu mehr Interprofessionalität im Gesundheitswesen beiträgt. Herzlichen Glückwunsch!

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